13/02/2026
Mehr Personal, weniger Krankheit(stage)!
Friedrich Merz hat im Januar 2026 den hohen Krankenstand von durchschnittlich 14,5 Tagen pro Beschäftigtem kritisiert und infrage gestellt, ob dieser „wirklich notwendig“ sei. Gefordert wurden mehr Arbeitsleistung und weniger Fehltage.
Diese Argumentation verkennt die Realität im öffentlichen Dienst: Nicht fehlende Leistungsbereitschaft macht krank – sondern strukturelle Überlastung!
Macht ein Wettbewerb um die wenigsten Krankheitstage wirklich leistungsfähiger?
Oder führt er vielmehr dazu, dass Beschäftigte krank zur Arbeit gehen, Warnsignale ignorieren und langfristig noch stärker ausfallen?
Verstärkt Personalmangel psychische Erkrankungen?
Die Antwort aus der Praxis ist eindeutig: JA!
Beamtinnen und Beamte bringen eine sehr hohe Leistungsbereitschaft und ein starkes Verantwortungsbewusstsein mit. Sie halten Verwaltungen auch dann am Laufen, wenn Personal fehlt, Aufgaben wachsen und die Belastungsgrenze längst überschritten ist. Genau dieses Engagement wird jedoch seit Jahren systematisch überfordert.
Gerade in der Steuerverwaltung führen steigende Fallzahlen, wachsende rechtliche Komplexität und chronischer Personalmangel zu Dauerstress und zunehmend auch zu psychischen Erkrankungen. Krankheitstage sind hier kein Ausdruck von Bequemlichkeit, sondern ein Symptom falscher politischer Prioritäten.
Beamte sind Teil der Exekutive. Sie setzen politischen Willen um. Wer funktionierende Verwaltungen will, muss dafür sorgen, dass diese arbeitsfähig bleiben.
Deshalb braucht es:
• mehr Personal, um Arbeitslasten fair zu verteilen
• konsequenten Bürokratieabbau, statt immer neuer Regelungen
• eine stabile, praxistaugliche Digitalisierung, die tatsächlich entlastet
Alles andere ist Symbolpolitik auf dem Rücken der Beschäftigten. Schluss damit!
Mehr Personal macht gesünder!
Mehr Druck nicht!